Menschen

Ich hasse eigentlich niemanden. Aber alle leiden kann ich trotzdem nicht. Wenn ich jemand wirklich überhaupt nicht leiden kann, dann strafe ich höchstens mit Gleichgültigkeit. In ganz schlimmen Fällen neige ich zwar zur Zwangskastration, aber auch nur wenn meine Gefühle kurzzeitig die Oberhand gewinnen. Das komische ist, dass es in erster Linie nicht davon abhängt, was ich von der Person halte, sondern sie von mir; wieso soll ich auch Energie verschwenden, die sowieso keinen Effekt hätte? Und das ist keine Trotzreaktion, vielleicht eine Art Selbstschutz oder einfach plausibel. Wenn ich also jemanden blöd finde, beruht das zwangsläufig auf Gegenseitigkeit. Ich kenne aber niemand, den ich blöd finde, weil mich alle, die mich kenne, auch nicht blöd finden. Ich bin also entweder sehr penibel in der Auswahl meiner Bekanntschaften, oder zu sehr von mir überzeugt und naiv.

Heute wurde ich mal wieder mit einem selten dummen Exemplar konfrontiert. Hilfe. Ich hasse dumme Menschen - aber auf pazifistischste Art und Weise. Mir genügt es diese Leute einfach NIE wieder zu sehen, dann bin ich schon zufrieden. Wenn das nicht zu vermeiden ist, bestätigen sie mir jedes mal aufs neue, dass es das beste wäre. Und ich HASSE es, was sie mit mir anstellen, weil ich so machtlos dagegen bin. Von einer Sekunde auf die nächste bin ich so sehr gestresst, dass ich mich Fühle wie bei dem Kuss eines Dementors. Meine Lebensfreude scheint durch sich selbst geteilt, MINUS 1!!! und will ich nur noch heim und sterben…

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One Response to “Menschen”

  1. Erin Says:

    “Ich hasse eigentlich niemanden. Aber alle leiden kann ich trotzdem nicht.”

    Das möchte ich bitte so zitieren dürfen. Perfekt, der Satz!

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