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Ich wollt ich wär ein Huhn…

Montag, Juli 21st, 2008

Doch alles, was ich hier vorfinde ist ein rohes Ei (wobei hier weniger auf die harte Schale und den weichen Kern, als auf den derzeitigen Entwicklungsstatus angespielt wird). ICH bin ein rohes Ei. Ich versuche angestrengt zu brüten, mit günstigen Rahmenbedingungen die Entwicklung zu fördern und bleibe trotzdem in dieser Kalkhülle gefangen. Es braucht seine Zeit. Doch viele wollen mir diese nicht geben.

Es wird gedrückt, von allen Seiten. Die Schale ist zwar dick, aber nicht unzerstörbar. Einem gewissen Druck von außen kann sie standhalten, ist doch fast jede Erfahrung eine weitere schützende Kalkschicht. Doch irgendwann bekommt sie Risse, droht zu springen. Was dann? Wo bleibt das flauschig goldene, junge Küken? Es verschwindet bevor es selbst die Chance bekommt, sich VON INNEN einen Weg ins Leben zu erarbeiten, durch die vielen Schichten. Erwartungen, Regeln, Konflikte, Unterordnung. Dafür braucht es einen harten Schnabel, Fleiß, Durchhaltevermögen, Disziplin, Motivation. Der Sinn der Intelligenz hat sich mir noch nicht offenbart.

Natürlich ist es nicht vollkommen von der Außenwelt abgeschnitten. Es hört, es sieht und manchmal fühlt es, was sich außerhalb abspielt. Das ist nicht immer motivierend, weckt jedoch in den meisten Fällen die Neugier. Übt man aber Druck aus, will es sich lieber weiterhin in seinem kleinen beschaulichen Heim verstecken. Nicht für immer, aber noch ein bisschen? Noch einmal rumdrehen? Geht nicht?

Wird am ende ein missratenes, lebensunfähiges Lebewesen das WAHRE Licht der Welt erblicken? Bleibt es aus Angst vor der Welt, seiner Zukunft ewig in seiner eigenen Welt? Manchmal scheint es das beste zu sein.

Ich bin Rührei…