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Assimilation: 99% done. For the greater Good.

Montag, Januar 12th, 2009

Ich bin gerade dabei, alles Schlechte [nein, pauschaler ging es nicht xD] aus meinem Leben zu bannen. In der Theorie alles andere als verwerflich, praktisch aber eine Art der Askese, deren Vorzüge ich mir gewaltsam einreden muss.

Natürlich mach ich so was nicht ohne [guten?] Grund: Morbus Meulengracht. Ein mittelalterlich klingender Name, bei dem göttlicher Segen mitschwingt, im Abgang jedoch das Feuer der Hölle “bis ganz runter” brennt. Er steht für eine Krankheit, deren Symptome so breit gefächert sind, dass ich IMMER SIE verantwortlich machen kann. Was es aber eigentlich bedeutet ist eine genetische Leberfehl[unter]funktion, den Abbau von Hämoglobin betreffend. Teilweise wird M. M. als die unbedeutendste Krankheit bezeichnet, weil der Bilirubinüberschuss sich lediglich dadurch äußert, dass man gelegentlich gelbliche Augen oder Haut bekommt. Tendenziell [und jetzt kommts!!] ist jedoch die Leberfunktion bei M. M. generell schlechter, was bedeutet, dass sämtliche Giftstoffe [die das Leben so schön machen -,-0] schlechter abgebaut werde können. KOMME ich erstmal, durch eigene [jahrelange *rolleyes*] Recherche zu dieser Information, kann ich nun endlich mein körperliches Befinden als NICHT NORMAL einstufen.

Ich stehe vor einer Mauer. Sie ist aus unzählbar vielen Ziegelsteinen aufgebaut, die Reihe für Reihe leicht versetzt aufeinander liegen. Im Licht der aufgehenden Sonne leuchtet der gebrannte Lehm in einem Farbenspektrum, das sich von hellorange über Bordeaux-rot bis hin zu dunkelviolett erstreckt. In die einst glatte Oberfläche der Ziegelsteine wurden gewaltsam Symbole geschlagen, die auf den ersten Blick keinen Sinn zu ergeben scheinen. Ich gehe einen Schritt näher heran. Unter meinen nackten Füßen knarzt der Schnee, ich zittere: aus der Nähe kann ich die Botschaft der Symbole entschlüsseln und ein kalter, nicht temperaturbedingter Schauer rast vom Scheitel hinab durch meinen ganzen Körper. Ich stehe wie betäubt vor der Mauer, Augen und Mund weit geöffnet. Die Zeit scheint still zu stehen, nur die regelmäßige Atemwolke zerstört diese Vorstellung. Von einem Moment auf den anderen fühle ich mich leer, weiß plötzlich nicht mehr, wer ich bin. Fast alles, worüber ich mich definiert hatte, was mich Tag für Tag durchs Leben gesteuert hatte wird mir nun genommen? Was soll mich leiten und vor allen Dingen: Wohin?

So kam es, dass ich nun keinen Alkohol mehr trinke, was mir jedoch überhaupt keine Probleme bereitet. Überraschender Weise habe ich inzwischen auch keine Schwierigkeiten mehr den Zigaretten zu entsagen. Aber so kann es nicht weiter gehen. Wird mir jetzt auch noch der morgendliche Kaffee weggenommen? Keine Cola mehr, keinen Ice Tea? Hallo? Hilfe?

Und das verrückte dabei ist: Ich bin motiviert. Noch!? Ich fühle mich gut. Habe nun endlich die Chance nach jahrelangem Leiden meine chronische Nasennebenhöhlenentzündung wegzubekommen. Ich lerne wieder, wie es ist, durchblutete Extremitäten zu haben. Wow… muss kurz heulen…

Betrachten wir es als Pilotprojekt, weil es sich so schön anhört, obwohl weder bei Erfolg noch beim Scheitern des Projekts eine Studie folgen wird xD

Ich werde versuchen, sofern ich in Zukunft noch genug Energie dafür bereitstellen kann, von meinem fröhlichen Leiden berichten.

[/high pathetic mode]

Worauf ich verzichte [=Ausgeburten des Teufels]: 

  • Nikotin
  • Alkohol
  • Koffein
  • Chinin

 

Hoffentlich bis bald…